Timo Knorst

Dozent für Corporate Design, InDesign, Illustrator, Grafik Design, Printproduktion und Veredelung

Timo ist unser Produktions-und Druck-Experte, immer entspannt und mittendrin im Geschehen.

Interview: Petra Horlitz, Fotos: Mandy Bartsch  

1. Timo, Du bist Kommunikationsdesigner durch und durch. Arbeitest selbst in verschiedensten Disziplinen. Was fasziniert Dich besonders an dem Beruf?

• Die Freiheit täglich mit anderen tollen Aufgaben vertraut sein zu dürfen.

• Selbst produzierte Sachen (wie Fahrzeugbeklebung, Werbeartikel, Folder, Magazine, Verpackungen, Aufkleber, Anzeigen etc.) sich zusammen mit dem Kunden anzuschauen und sich freuen, die Welt wieder ein kleines bisschen schöner gemacht zu haben.

2. Wie sieht Dein Berufsalltag als selbständiger Kommunikationsdesigner aus?

Wenn ich in Hamburg bin: Um 8.00 Uhr das Haus verlassen und meistens bei Kunden vor Ort arbeiten und um 20.00 Uhr wieder zu Hause sein - außer Mittwochs :-) - da bin ich in der Akademie.

Ansonsten arbeite ich auch gerne mal von zu Hause aus, wo ich ein Büro habe. Die meiste Zeit verbringt man am Rechner, telefoniert, bastelt, klebt, schneidet, trinkt Tee, ist mit 'nem Fotografen unterwegs, liest Briefings, schreibt Rechnungen, ärgert sich über das Finanzamt, macht kurz 'ne Pause, lernt tolle neue Dinge beim Job kennen, ist in der Druckerei, schreibt Mails. Macht Korrekturen vom Kunden, macht wieder Korrekturen vom Kunden, macht wieder Korrekturen vom Kunden und siehe da, der Kunde hat sich jetzt nun doch wieder für den Blauton aus Version eins entschieden und macht... wieder Korrekturen. :-) 

3. Neben Deiner Tätigkeit als Kommunikationsdesigner bist Du auch Dozent. Wie bereitest Du die Studenten auf den Arbeitsalltag vor?

In dem ich ihnen auch nur wirklich Sachen zeige und beibringe, von denen ich überzeugt bin, dass man sie auch im Alltag gebrauchen kann. Ich mag keine Aufgabe vergeben, die sinnlos sind.

Fehler, Erfahrungen und kleine Anekdoten von Kundenprojekten bringe ich auch gern in Form von Illustrator, InDesign oder Photoshop Aufgaben mit in den Unterricht ein.

4. Wenn jemand den gleichen Karriereweg wie Du einschlagen möchte – was würdest Du ihm/ihr raten? 

Fang früh an, Dich mit Deinem Job zu beschäftigen, arbeite in der Branche, mach ein Praktikum während Deines Studiums. So lernt man schnell ein Hand voll Leute kennen, die Dich nach dem Studium weiter bringen können. Lern die Programme. Niemals wirst Du so viel Zeit haben, Dich mit diesen Dingen zu beschäftigen, wie im Studium. Nutze diese Zeit. Später hat man die definitiv nicht mehr. Ich glaube das unterschätzen die meisten.

5. Für Dich ganz persönlich: Festanstellung oder Selbstständigkeit?

Oh das ist ein zweischneidiges Thema. Zum einen genieße ich die Freiheit der Selbständigkeit. Ich bin mein eigener Chef und kann dort arbeiten, wo ich möchte. Ich kann meinen Arbeitsplatz und die Zeit sehr flexibel gestalten. Zudem können meine Jobs vollkommen unterschiedlich sein. Vom Packaging, CD, Editorial Design bis hin zur Fahrzeugbeklebung ist alles drin. Auf der anderen Seite trägt man eine hohe Verantwortung: Der Familie gegenüber, meinen Kunden und zu guter letzt auch mir. Man kann sich einfach nicht leisten, etwas schleifen zu lassen. Wenn man faul wird, geht man als Selbstständiger sehr schnell unter. Ein weiteres Problem ist definitiv die Absicherung. Falls man sich mal einen Arm brechen sollte, kann so etwas dann schon mal finanziell kritisch werden, wenn man dann 6-8 Wochen lang kein Geld verdienen kann.

Bei der Festanstellung hat man solche Probleme nicht. Allerdings lauert hier die Gefahr, je nach dem wo man arbeitet, dass der Job auch mal schnell sehr eintönig werden kann und das wäre mein persönlicher Motivationskiller.

Also mein Fazit: Es hat beides seine schönen Seiten, aber ich bevorzuge die Selbstständigkeit.