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Tom Schernberger, der Junge hat nur Autos im Kopf... und Fotografie, Messedesign, Logodesign, Packaging Design, Corporate Design, Editorial Design, Semester 53

Technik und Kommunikationsdesign - passt nicht zusammen? Denkste! Tom hat uns in den letzten sieben Semestern gezeigt, wie aus einem Techniker ein echter Kreativer wurde.

Interview: Petra Horlitz Bilder: Tom Schernberger

1. Tom, Du hast schon einen anderen Beruf. Wie kamst Du vom Auto zum Kommunikationsdesign?

Mein erstes Wort war nicht Mama oder Papa, sondern Auto. Von da an war irgendwie klar meine Passion sind Autos. In München absolvierte ich meine Mechanikerausbildung bei der BMW AG. Dort konnte ich meine Leidenschaft an der Quelle vertiefen und intensivieren. Um nicht stillzustehen entschloss ich mich nach ein paar Jahren Berufserfahrung zur Weiterbildung zum Maschinenbautechniker. In der Zeit entdeckte ich die Fotografie für mich. Schnell war eine Kamera gekauft und es ging sofort los. Ich war nicht mehr ohne meine Kamera unterwegs. Learning by doing bzw. per YouTube-Tutorial zeigten schon bald erste „brauchbare“ Ergebnisse. Die Arbeit mit der Kamera und den Programmen erweckte den Drang nach kreativem Arbeiten. Ich entschloss mich dies in die Tat umzusetzen und wurde Konstrukteur für Prototypen im Automotive-Bereich. Das war eine großartige Zeit. Ich konnte mit Designern von BMW, Audi, Peugeot und Bugatti zusammenarbeiten. Mein Spezialgebiet waren die Front- und Rückleuchten der Fahrzeuge. Der Prozess des Prototypings lies mir in gewisserweise Spielraum um meine Ideen einzubringen. Eines der spektakulärsten Projekte waren die BMW i8 Scheinwerfer und die BMW M4 GTS OLED-Rückleuchten. Durch die Passion zu Autos entstand vor nun fast schon 10 Jahren eine tolle Freundschaft zu einem mindestens genauso Autoverrückten Hamburger. Seither pilgere ich regelmäßig mehrmals im Jahr in die schönste Stadt der Welt. Sie hat mich damals gepackt und nicht mehr losgelassen. Diese Stadt schläft nie, eine ständige Flut an Kreativität, immer am Puls der Zeit. Das hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich wollte mehr aus der Fotografie, Design und Konstruktion machen. Ich wollte einen Mix aus diesen drei Bereichen - mit Fotografie den Moment oder ein Gefühl zu transportieren - mit Design den Prozess der Gestaltung und der Wahrnehmung zu erleben und mit Konstruktion den technischen Aspekt. Kommunikationsdesign vereint diese Bereiche sehr gut mit einander und mit Hamburg als die Medienhauptstadt Deutschlands kann man nichts falsch machen.

2. Aber an der Technik hängst Du immer noch. Du bist ein toller Fotograf. Was begeistert Dich an der Fotografie?

Nach wie vor hänge ich an der Technik was für die Fotografie nur förderlich ist, aber gute Fotografie braucht keine außergewöhnliche Technik. Gute Fotografie braucht den besonderen Moment, hat eine Aussage oder auch eine tiefgründigere Essenz. Was mich an der Fotografie begeistert ist, dass wenn man es richtig macht man Menschen mit einem Bild tief berühren kann. Ja ich würde sagen mich begeistert am meisten der Tiefgang den gute Fotografie haben kann.

3. Endspurt! Du bist in den letzten Zügen Deines Studiums. Wo soll es danach hingehen? 

Die große Auswahl an namhaften Agenturen macht die Wahl leider nicht leichter, aber egal wo es hingeht es soll spannend und herausfordernd bleiben.

4. Du bist ein Bayer in Hamburg. Wie hält Du das aus? Betäubst Du Dich mit Weißwurst und Weißbier? Gehts jetzt sofort wieder zurück?

Als Bayer kennt man sich mit traditionellen Weißwurstfrühstück aus und als Kenner weiß man auch wie eine gute Brezen zu schmecken hat. Was in Hamburg nur leider sehr schwer zu bekommen ist. Gute Brezen fehlen mir schon, aber dafür hat Hamburg eine ausgezeichnete maritime Küche zu bieten. Die Agenturwelt hier interessiert mich brennend, daher werde ich Hamburg noch eine längere Zeit erhalten bleiben, doch langfristig zieht es mich in die Heimat zurück. Das Leben hier ist toll. Ich genieße die Vorzüge der Stadt. Einfach mal das Auto stehen zu lassen und die Stadt mit dem Fahrrad zu erkunden. Einkaufen bis 24Uhr die beeindruckende Architektur, Hamburgs Flüsse und Kanäle.

5. Digital oder analog?

Anatal oder Digilog egal wie auch immer, es zählt das was man daraus macht.

Danke Tom für einen letzten Blick zurück. Jetzt bleibt uns nur noch ein zu sagen: Gib da draußen richtig Vollgas, Du hast das Zeug dazu. Viel Glück!

P.S.: Ach ja, Tom sucht übrigends noch n Job, gern was mit Technik ;-)))