Dozenten hautnah:

Nicole Uzundag,

Dozentin für Marketing und Werbung: Grundlagen des Marketings, Handelsmarketing, Produktentwicklung, Claim Entwicklung, Positionierungen, Guerilla Marketing, Media und diverses, Werbepsychologie

Interview: Petra Horlitz, Fotos:  Mandy Bartsch  

1. Nicole, Du bist Beraterin. In Deiner Vita findet man einige der größten Hamburger Agenturen. Wie war Dein Weg dahin?

Den 1. Job habe ich lt. meinem damaligen Chef bekommen, da ich aufdringlich wie ein Frettchen war. Damit hatte ich echtes Interesse an der Agentur, dem Job, einen eisernen Willen und vor allem Beharrlichkeit gezeigt. Dies sind letztendlich auch Eigenschaften, die für den Beruf wichtig sind und ohne die Liebe zum Beruf, hätte ich wohl auch manche Nachtschicht nicht überstanden. 

Natürlich ist dies keine Erfolgsformel, mit der man jeden Job ergattert und manchmal ist weniger auch mehr.  

Ein weiterer Türöffner waren die großen Marken, die ich seit der ersten Agentur in meine Vita schreiben konnte. Später kamen dann Empfehlung hinzu, die von ehemaligen Kollegen an Headhunter und Personaler weitergegeben wurden.

2. Du dozierst an der Hamburger Akademie Marketing, wieso braucht ein Kreativer diesen theoretischen Background?

Da kreative Ideen die jeweiligen Marketinganforderungen eines Produktes/einer Marke erfüllen müssen. Was nützt eine tolle kreative Idee, wenn sie nicht zur Zielgruppe, den Marketingzielen und/oder der Marke passt. Der spätere Beruf erfordert also nicht nur Kreativität, sondern auch konzeptionelles und strategisches Denken.  Dies setzt natürlich auch voraus, dass die Begrifflichkeiten in einem Projektablauf auch verstanden werden und der Kreative auch mit ihnen umgehen kann. Somit kann der Kreative Kunden dann später auch richtig beraten und zielorientierte Kommunikationsmaßnahmen entwickeln. In kleinen Agenturen werden Kreative häufig schon recht früh in strategische Aufgaben mit einbezogen. Aber spätestens in der Funktion als (CD) oder als Selbstständiger wird dies von einem Kreativen gefordert. 

3. Möchtest Du als Beraterin eigentlich auch gern mal im kreativen Prozess mitmischen? ;-))

Ja, ständig. Anfänglich wollte ich eigentlich auch die kreative Seite einschlagen;-) Mittlerweile finde ich es jedoch toll, mich von der Kreation überraschen zu lassen und aus der Vogelperspektive und mit der „Kundenbrille“ Feedback zu geben. 

 

4. Dein Tipp für die zukünftigen Junioren in der Zusammenarbeit mit der Beratung?

Denke Lösungsorientiert (geht nicht, gibt es nicht), sei stets verlässlich (dann gibt es auch die spannenderen Jobs), fordere Grundlagen (Briefing, Wettbewerbsanalyse o.ä.) für die Projektentwicklungen in der Beratung ein, um so besser du über das Projekt informiert bist, um so zielgerichteter kannst du arbeiten - und arbeite im Team, nur gemeinsam erreicht ihr euer Ziel und macht einen guten Job.

5. Große Hierarchie oder kleine Wege?

Auf jeden Fall kleine Wege! Zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei.